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  • Stezka Krušnohorských pověstí (Pfad der Erzgebirgssagen)

    Übersetze Quelle und einzige Doku vom Pfad


    Auf dem Berg Plešivec (Plessberg, 1028 m n.m.) befindet sich der Lehrpfad – Krušnohorské pověsti. Der Pfad der Erzgebirgssagen hat eine Länge von ca. 1 km und dauert etwa 30 Minuten. Auf dem Weg erwarten Sie 9 Stationen (geschnitzte Holzskulpturen) sowie ein Pavillon und ein herrlicher Aussichtspunkt auf das Erzgebirge (Krušné hory).

    Unterwegs begegnen Sie neun geschnitzten Holzfiguren (alten und geheimnisvollen Bewohnern des Erzgebirges):

    1. PERKMON (Permoník – Berggeist und Hüter der Minen und des Reichtums des Erzgebirges)
    2. MARCEBILA (Herrscherin des Erzgebirges)
    3. OHNIVEC (Beherrscher des Feuers – half, unter den rauen Bedingungen der Berge und Stollen zu überleben)
    4. ŠRAKAKAL (Schützer der Heimstätten, Häuser, Familien und Kinder)
    5. LOUPEŽNÍCI (Räuber – das bekannteste Räuberduo im Erzgebirge waren Ras Hanes und Saský Kuvert)
    6. HEJKAL (Waldschrat / Waldgeist, der nicht nur Wanderer erschreckt)
    7. STROMOVÉ ŽENY (Baumfrauen – mythische Feen der Wälder um Abertamy)
    8. RYTÍŘ (Ritter – der hingerichtete Schwarze Ritter von Hroznětín, der noch immer durch das Gebirge zieht)
    9. ČERT (Teufel – das Erzgebirge ist die Heimat von Teufeln, die in Höhlen und verlassenen Stollen hausen)

    Vyhlídka Švýcárna (Aussichtspunkt Schweizerei) – ein Aussichtspunkt auf Felsen mit fantastischem Panorama über das Erzgebirge (Krušnohoří) und das historische Miriquidi (den Urwald des Erzgebirges).


    1. Marcebila

    Vládkyně Krušných hor (Herrscherin des Erzgebirges)

    Einer Erzählung nach war Marcebila (auch Marzebilla) die Tochter des Schlossherrn vom Wolfsberg (Vlčí vrch) nahe Preßnitz (Přísečnice). Da sie wunderschön war, hielten viele junge Ritter aus der Umgebung und fernen Ländern um ihre Hand an – jedoch vergeblich, denn sie hatte ihr Herz bereits dem Ritter der Burg Suniperk (heute Výsluní / Sonnenberg) versprochen. Ihr Vater richtete eine prächtige Hochzeit aus. Doch auch der Ritter von der Burg Hausberk, einer der abgewiesenen Verehrer, erschien dort – mit dem Gedanken an Rache.

    Die Gelegenheit bot sich bei einem Turnier, das zu Ehren der Neuvermählten veranstaltet wurde. Das ritterliche Spiel schlug in einen blutigen Kampf um und endete mit dem Tod des Ritters von Suniperk. Die unglückliche Braut sprach einen schrecklichen Fluch über den Mörder ihres Glücks aus.

    Einer anderen Sage nach stand zwischen dem Suniperk und dem Jelení vrch (Hirschberg) ein Schloss, dessen Herr seine Tochter in ein Kloster schicken wollte. Sie verliebte sich jedoch in einen Ritter, floh mit ihm und starb später in bitterer Armut.

    Wie auch immer es gewesen sein mag: Seit jener Zeit streift die unglückliche Witwe an den Orten ihrer glücklichsten Tage als Geist des Erzgebirges umher – mit ihrem Herzen in den Händen. Guten Menschen hilft sie aus der Not, bösen zahlt sie Böses heim. Verhält sich jemand schlecht gegenüber Mensch oder Wald, tritt sie aus dem Nebel und lässt ihn in Morast und Mooren umherirren. Achtsamen Menschen hingegen zeigt sie die besten Plätze voll Himbeeren, Heidelbeeren oder Pilzen.


    2. Ohnivec

    Vládl ohni v Krušných horách (Der Beherrscher des Feuers im Erzgebirge)

    Den Ohnivec (den „Feuergeist“) erkennt man nur schwer: Einmal wandert er als Hüne mit Fackel durch das Erzgebirge, ein andermal als Waldwichtel mit loderndem Haar und manchmal als wildes Tier.

    Obwohl der Ohnivec das Spiel mit den Flammen liebte, gab er stets darauf acht, keinen Schaden anzurichten. In keiner Erzählung wird erwähnt, dass er je mutwillig etwas angezündet hätte. Vielmehr war er ein guter Helfer: Im eisigen Winter wärmte er verirrte Wandersleute, half dem Schmied beim Bearbeiten des Eisens oder entfachte das Feuer in den Brotbacköfen. Heute sieht man den Ohnivec nur noch selten – aber man sagt: Wenn am Himmel ein besonders feurig-rotes Abendrot leuchtet, wandert er ganz in der Nähe.

    Manche Zungen behaupten, dass einst ein Bergmann im Wald an den Felsen auf den Ohnivec traf, ihn jedoch nicht erkannte. Er nahm seinen Wasserschlauch, um die Flammen zu löschen. Der Ohnivec wich geschwind aus und das Wasser traf den glühend heißen Fels, auf dem er soeben noch gesessen hatte. Mit gewaltigem Knall barst der Stein. Der aufmerksame Bergmann beobachtete das zersprungene Gestein und begann fortan, die Felsen bei der Arbeit im Stollen auf diese Art zu brechen. Dieses Verfahren nannte man Krušení (Gesteinszerkleinerung / Feuersetzen) – und möglicherweise rührt daher auch der tschechische Name der hiesigen Berge: Krušné hory.


    3. Loupežníci (Die Räuber)

    Ras Hanes a Saský Kuvert (Ras Hanes und der Sächsische Kuvert)

    Räuber erkennt man schon von Weitem: Stattliche, bärtige Gesellen mit einer Pistole im Gürtel, versteckt in unübersichtlichen Ecken des Waldes, lauernd auf die nächste Beute.

    Zu den berüchtigtsten Räubern unserer Region gehörten die zwei Kumpane Ras Hanes und Saský Kuvert. Sie raubten jedoch nicht von Anfang an zusammen. Einst zog der Größere von beiden seine Waffe gegen einen Wandersmann – aus dem sich jedoch prompt ebenfalls ein Räuber entpuppte! Ein Wort gab das andere, und in den Wäldern oberhalb von Jáchymov (St. Joachimsthal) begannen sie, gemeinsame Sache zu machen.

    Schon bald wurden sie zum Schrecken aller reisenden Händler, und so manches Regiment herbeigerufener Soldaten wurde ihrer nicht Herr. Bis die Klage schließlich den König selbst erreichte: Er entsandte eine ganze Streitmacht, der es schließlich gelang, die Räuber zu überwältigen. Auf dem Galgenberg (Šibeniční vrch) bei Horní Slavkov (Schlaggenwald) wurden sie nach gerechtem Gerichtsurteil hingerichtet.


    4. Čerti (Die Teufel)

    Žijí v jeskyních a opuštěných dolech (Sie leben in Höhlen und verlassenen Stollen)

    Eine alte Geschichte erzählt vom geizigen Großbauern Flaschner aus Hroznětín (Lichtenstadt). Er war sehr wohlhabend, doch bekam er nie genug. So verschrieb er eines Tages seine Seele dem Teufel. Von da an gaben seine Kühe Milch wie keine anderen, die Schafe bekamen so schnell Wolle, dass er mit dem Scheren kaum hinterherkam, und die Hühner legten Eier, ohne den Hühnerstall überhaupt noch zu verlassen. Der Geizhals häufte so viel Reichtum an, dass die Truhen nicht mehr reichten.

    Eines Tages, als der Geizhals gerade wieder sein Gold zählte, erschien der Teufel erneut vor ihm, um ihn in die Hölle zu holen. Dem Bauern schlotterten die Knie, und in letzter Sekunde überredete er den Teufel, ihm noch Zeit für sein Testament zu gewähren. Der Teufel willigte ein – und der Bauer rannte Hals über Kopf in die Dorfkirche und versteckte sich hinter dem Altar. Der Teufel, der bekanntlich eine Kirche nicht betreten darf, stampfte vor Zorn so wuchtig mit dem Huf auf, dass an der Stelle des Bauernhofs ein gewaltiger Felsen emporwuchs, unter dem der gesamte Reichtum begraben wurde. Der Bauer wurde zum ärmsten Mann weit und breit, und das Einzige, was von ihm blieb, ist der Flaschner-Felsen (Flaschnerova skála). Tja – mit dem Teufel scherzt man nicht!

    Eine weitere Sage stammt aus der Ortschaft Obora: Als dort eine Kirche gebaut werden sollte, die die schönste im ganzen Egerland werden sollte, trieb der Teufel allerlei Schabernack, damit die Dorfbewohner den Bau nicht vollenden konnten (er ließ beispielsweise den Mörtel vorzeitig aushärten). Man vermutet, dass es sich dabei um die St.-Leonhard-Kirche (sv. Linhart) handelte.


    5. Perkmon

    Permoník – strážce dolů a bohatství Krušných hor (Hüter der Gruben und des Reichtums des Erzgebirges)

    Der bekannteste aller erzgebirgischen Wichte und Zwerge: Klein gewachsene Greise mit Bärten bis zum Gürtel, breiter Brust und recht kurzen Beinen, meist in Bergmannskleidung mit Grubenlampe und Gezähe. Sie hinterließen uns in der Umgebung allerlei Pingen, Schluchten, Höhlen – aber auch Vulkane, die sie mit Vorliebe anlegten.

    Die ersten geheimnisvollen Geschichten über sie erzählten bereits im Mittelalter die Bergleute: Den einen halfen sie, neue Gold- und Silberadern zu entdecken; andere bestraften sie für Respektlosigkeit und Spott. Daher legten die Bergleute den Zwergen oft kleine Gaben und Opfergaben dar.

    Das letzte Mal wurden sie von Bergleuten unweit von Boží Dar (Gottesgab) gesehen.


    6. Šrakakal

    Ochránce příbytků, stavení, rodin a dětí (Beschützer der Heime, Häuser, Familien und Kinder)

    Der Šrakakal war ein kleiner erzgebirgischer Hauskobold (Schrat) mit zerzaustem Haar, einem Kamm in der Hosentasche und einem großen Buch unterm Arm, das nie ein Mensch gelesen hat. Er wohnte in allen Häusern, in denen Friede, Eintracht und Frömmigkeit herrschten. Den Bauern half er am liebsten, indem er auf die kleinen Kinder aufpasste: Er alberte mit ihnen herum, kämmte ihre Haare (obwohl er selbst stets strubbelig war) und unterhielt sie mit Späßen.

    Brachen im Haus jedoch Zank und Streit aus oder wurde geflucht, bekam er Angst und begann, sich zu rächen: Er band das Vieh im Stall los, zerschlug Geschirr, verstreute Essen und Futter, verfilzte allen im Schlaf die Haare und schlug jedem sein Buch auf den Kopf. Danach verschwand er auf Nimmerwiedersehen.

    In Jáchymov erzählt man sich die Geschichte eines kleinen Jungen, der spurlos verschwunden war. Ganz Jáchymov war auf den Beinen und suchte tagelang. Schließlich fand man den Kleinen selig lächelnd auf dem Heuboden – friedlich spielend mit dem Šrakakal.


    7. Hejkal

    Lesní démon co děsí nejen pocestné (Waldschrat / Waldgeist, der nicht nur Wanderer erschreckt)

    Der erzgebirgische Hejkal ist ein Waldgeist (ein wilder Mann), der sich häufig rund um den Plešivec aufhält. Mit Vorliebe erschreckt er Wanderer durch lautes Rufen und Johlen (hejkání) und lockt sie vom rechten Pfad ab. Besonders gefährlich ist es, dem Hejkal zu antworten oder seine Rufe nachzuahmen!

    Dies wurde einst einem gewissen František Krásný aus Karlovy Vary (Karlsbad) zum Verhängnis: Er provozierte den Hejkal so lange mit Rufen, bis der Waldgeist wütend wurde, ihm auf den Rücken sprang und ihn durch die Wälder des Erzgebirges trieb – bis zur völligen Erschöpfung.

    Die Sage warnt auch junge Mädchen davor, allein in den Wald zu gehen: Der Hejkal nimmt sich jedes Mädchen zur Frau, das er fangen kann. Gelingt der Frau die Flucht, zerreißt der Hejkal aus Rache das gemeinsame Kind.

    Dem Hejkal geht man am besten aus dem Weg. Zum Schutz vor seinem Zauber helfen das verkehrte Anziehen der Schuhe, das Umdrehen der Taschen nach außen oder ein Stück Brot. Doch trotz seines schlechten Rufs gilt: Gerät ein Hejkal selbst in Not und man hilft ihm, zeigt er sich dankbar und belohnt den Helfer mit einer wundersamen Gabe.


    8. Stromové ženy (Die Baumfrauen)

    Mýtické víly z abertamských lesů (Mythische Waldfeen aus den Wäldern um Abertamy)

    Auch diese Feen durchstreiften die hiesigen Wälder und Lichtungen und führten ein sorgloses, mitunter leichtsinniges Leben. Manchmal tanzten sie wild durchs Dickicht, manchmal stellten sie Wanderern heitere oder tückische Fallen.

    Überliefert ist die Geschichte zweier Baumfrauen, die die Wälder um Abertamy (Abertham) besonders schätzten. Sie waren ein fröhliches Gespann, deren größtes Vergnügen darin bestand, allzu laute Pilzsammler das Fürchten zu lehren: Sie lockten sie nicht nur von reichen Pilzgründen weg, sondern platzierten Totenschädel im Moos. Zu Tode erschrocken ließen die Sammler ihre Körbe fallen und rannten kopflos in den Wald, wo sie sich meist verirrten. Zu achtsamen, naturverbundenen Menschen waren sie jedoch freundlich: Geriet jemand in Not, wiesen sie ihm den Weg aus dem Dickicht oder zeigten ihm die ergiebigsten Pilzstellen.


    9. Rytíř (Der Ritter)

    Popravený Černý rytíř z Hroznětína (Der hingerichtete Schwarze Ritter von Hroznětín)

    Vor langer Zeit stand unweit von Velký Rybník, direkt in Ruprechtov (Ruppelsgrün), eine Feste, die ein Ritter mit seinem Gefolge bewohnte. „Ritter“ nannte man ihn allerdings nur deshalb, weil er eine Rüstung trug und ein Schwert führte. Niemand nannte ihn anders als den Schwarzen Ritter (Černý rytíř) oder den Schrecklichen Ritter (Rytíř Strašlivý).

    In der ganzen Gegend raubte und überfiel er Mensch und Gut und verbreitete nacktes Entsetzen. Seine Beute hortete er in Verstecken und bereicherte sich auf Kosten aller anderen. Doch wie das Sprichwort sagt: Jeder bekommt irgendwann seine Strafe. Das Kloster Tepl (Teplá), dem die Ländereien um Hroznětín gehörten, zog Truppen zusammen, stürmte die Feste und ließ den Ritter hinrichten.

    Seine rastlose Seele streift jedoch bis heute in Gestalt eines schwarzen Hundes durch die Wälder des Erzgebirges. Man sagt: Wer vor dem Hund nicht erschrickt, ihm zu fressen gibt und ihn aufnimmt, erlöst den Ritter – und dieser zeigt ihm zum Dank, wo seine Schätze vergraben liegen.


    Vyhlídka Švýcárna (Aussichtspunkt Schweizerei)

    Úžasná vyhlídka ze skal Krušných hor (980 m n.m.)

    Von der Aussicht Švýcárna (in einem der schönsten Teile des Erzgebirges) eröffnet sich ein atemberaubendes Panorama: Man überblickt das Tal von Merklín (Merkelsgrün – das Eingangstor zum Erzgebirge), sieht den Klínovec (Keilberg), das Duppauer Gebirge (Doupovské hory), die Städte Ostrov (Schlackenwerth) und Karlovy Vary (Karlsbad) sowie den Großen Teich (Velký rybník).

    Sollten die Beine vom Weg oder vom Staunen müde sein, lädt der nahe Pavillon zu einer gemütlichen Rast ein.