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Weird Americananana

Personal Travel Blog. Leave nothing but carbon footprints.

  • Schwarzenberg (alt)

    Kram aus der Mottenkiste zum 875 jährigen Stadtjubiläum. (via Freie Presse)

    Schwarzenberg im Erzgebirge war die fünfte Etappe von „Schlager einer kleinen Stadt“. Als Reiseführer war wieder H. F. Oertel aktiv, und die Sendezeit betrug 75 Minuten. Ausgestrahlt wurde selbige am 19. März 1966, also nach etwas längere Pause in Bezug auf Ausgabe Nr. 4.
    Den meisten Zuschauern war diese kleine Kreisstadt, unweit von Aue gelegen und dem Bezirk Karl-Marx-Stadt zugeordnet, sicher als Heimstatt des VEB Waschgerätewerk bekannt geworden. Aber in Gesprächen mit den Schwarzenbergern kam noch einiges andere mehr ans Tageslicht, das man in dieser Sendung präsentierte: so das volkstümliche Schaffen der fleißigen Schnitzer und Klöpplerinnen, generell Vergangenheit und Gegenwart des Ortes.
    Natürlich durfte auch der Sport in dieser (Wintersport-)Region nicht zu kurz kommen, weshalb sich der Moderator auch im nahegelegenen Beierfeld mit Ortrun Enderlein, Weltmeisterin im Rennrodeln, zum Interview traf.
    Musikalisch sorgte Walter Kubiczek mit einem dargebotenen Potpourri an Wintermelodien ebenfalls für die richtige (Ein-)Stimmung. Namhafte DDR-Interpreten sorgten mit ihren Auftritten für weitere Höhepunkt in dieser Sendung: unter anderen waren Bärbel Wachholz, Helga Brauer, Heidi Kempa, Horst Krüger, die Babsis und der Instrumentalsolist Günter Gollasch am Start sowie Rec Dumont aus der Schweiz.
    So hatten die Zuschauer wie die Mitwirkenden selbst sicherlich unvergessliche Eindrücke gewonnen – in Schwarzenberg, der „Perle des Erzgebirges“.

    Quelle

  • El Torro Quelle (Pramen El Torro), CZ

    Die El-Torro-Quelle liegt im Böhmischen Paradies im Podtrosecká údolí (Podtrosecká Tal) bzw. Žehrovka Tal, nicht zu weit von der Straße, an einem Kletterfelsen.

    Den wenigen Informationen im (nicht tschechischen) Internet nach sind die Quelle und das Camp eines der ältesten Tramp-Settlements.

    Tramps sind in der tschechischen Kultur Wanderer, die sich auf tagelange Touren durch die tschechischen (oder slowakischen) Landschaften begeben und dort mit anderen Tramps zusammentreffen, sich austauschen und einfach Zeit abseits der Gesellschaft verbringen.

    Die Anlehnung an amerikanische Motive wie Western- und Trapper-Thematiken, Pfadfindertum, Musik etc. kam durch die generelle Sympathie für die Vereinigten Staaten aus der Zeit der Gründung der Tschechoslowakei 1918.

    Tomáš Masaryk, der erste Präsident, war mit der amerikanischen Industriellentochter Garrigue verheiratet und die Gründung der Tschechoslowakei wurde durch den 28. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Woodrow Wilson unterstützt.

    1918 wird auch als Geburtsstunde der tschechischen Tramp Bewegung gesehen.

    Das El-Torro Camp ist 9 Jahre später entstanden.

    Während der Weltwirtschaftskrise gewann das Trampen als günstige Freizeitbeschäftigung an Beliebtheit und im Zweiten Weltkrieg, als die Nationalsozialisten Waldausflüge untersagten, behielten viele das Trampen bei. Amerikanische Musikeinflüsse stärkten dabei nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, sondern entwickelten sich auch zu einer eigenständigen tschechischen Ausdrucksform.

    Das Camp ist in wenigen Minuten von der Straße aus zu erreichen und man findet dort typische Elemente aus amerikanischer Westernkultur, ein Blockhaus mit Ochsenschädel, eine Kanone, Flaggenmasten, und den erwähnten Totempfahl an der Haupt-Feuerstelle. Unterhalb des Totempfahls sind Steinplatten mit Namen und Datum angelegt und eine Art Altar mit Schmuck und kleinen Figuren.

    Neben den Namen mit den Daten gibt es noch zwei Platten, eine mit der Inschrift: Přírodě lásku, osadě srdce was übersetzt wohl so viel heißt wie „Liebe zur Natur, Heimat im Herzen“ und ein Leitmotiv der Tramper war. Das ist zumindest meine Interpretation[1-1].
    Und die andere in englisch/tschechisch What is Life? To je život “Was ist Leben? Das ist Leben”.

    Ich denke, dass diese Namen von bekannten Personen stammen, die zu diesem Zeitpunkt im Camp waren.

    Zumindest Kid könnte man Kapitán Kid zuschreiben, der mit bürgerlichem Namen Jaroslav Velinský hieß und eine prägende Gestalt in der Szene war, welche Tramp Musik veröffentlichte, Bücher schrieb und einen DIY-Verlag betrieb.

    Der Felsen wird wohl zum Klettern benutzt und die Quelle dient offensichtlich als Wasserlieferant.

    Links

    Media

    Die 1964 Dokumentation POTLACH (veröffentlicht 1965) ist die wohl beste Veröffentlichung über die Tramper-Kultur.

    Dokument POTLACH aneb ZATYKAČ NA PAVLA BREZINU | Trampský magazín

  • Prachov Felsen

    Die Prachov Felsenstadt ist in ca. drei Stunden vom Erzgebirge aus zu erreichen. Die schnellste Route ist über die D7 (obwohl, da sind gerade massiv Bauarbeiten und es kommt zu Staus am Abzweig nach Melnik) und dann nördlich an Prag vorbei und dann weiter Richtung Nordenosten. Oder man fährt über von Chomutov aus Richtung Osten.

    Es gibt 2 Parkplätze. Einen, wenn man direkt aus Prachov kommt und einen Zentralparkplatz mit Hotel, wenn man einfach weiterfährt.

    Wenn man den Zentralparkplatz nimmt, ist man schneller im Geschehen. vom Parkplatz ausserhalb muss man halt ein bisschen laufen bis man in die Felsenstadt kommt.

    Der Eintritt kostet ca. 6 EUR, Parken Tageskarte hat glaub ich nen 10er gekostet. Is aber egal. Irgendwo muss man ja parken.

    Es gibt drei bzw. vier Wanderrouten. Von einfach (Gelb) bis schwierig (Grün) und eine die Kinderwagen geeignet ist.

    Wir haben uns für die rote Route entschieden. Und da zeigt sich auch, wenn man die gelbe Route gehen will, dann parkt man besser auf dem Zentralparkplatz.

    Nachdem man Eintritt bezahlt hat, geht’s erstmal bergauf und man kommt an den ersten Aussichtspunkt, und von da geht es weiter. Steintreppen runter, zwischen hohen Felsschluchten. Es ist von unten schwer zu überblicken. Es gibt ein paar Drohnenvideos im Netz, die das Ganze viel besser illustrieren.

    Karsthöhle

  • Fairytale House in Hrubá Skála, Czechia

    Eine klassische „Roadside Attraction“ ist das Fairytale House (Pohádkový domek) an einer engen, sich windenden Straße in Hrubá Skála im Böhmischen Paradies.

    Am Straßenrand steht ein alter gelber Moskwitsch mit ein paar schrägen Gesellen am Steuer, die wohl vorgeben, Radarkontrollen zu machen, aber in Wirklichkeit betrunken sind.

    Die Farben und die Bezeichnung VB weisen auf ein Fahrzeug der tschechoslovakischen Polizei (Veřejná bezpečnost).

    Oberhalb steht ein blau-weiß gestrichenes Blockhaus mit einem leblosen Styropor-Golem als Wache. Leblos deshalb, weil die einst leuchtend roten Augen weg sind und auch keine Soundeffekte mehr gespielt werden.

    Vor dem Haus und in den Fenstern stehen noch ein paar seltsame Objekte und Figuren und ein Zeitungsartikel, der im Fenster hängt, erwähnt, dass Orlando Bloom auf einem tschechischen Rad das böhmische Paradies erkundet, wenn er nicht gerade in Prag irgendwelche Filme dreht.

    Hier ist noch der übersetzte Teil des Zeitungsartikels, der diese Attraktion erwähnt:

    Vintage Cars and VB Throwbacks

    Perhaps even more fascinating to him was a Moskvich car painted in the colors of the pre-revolutionary Public Security (VB), decorated with parodic inscriptions like:

    “Lie around and rot”

    The car was lined with bottles and a mannequin.

    “They only have these in Czechia,” Bloom commented.

    The figures inside the car amused him.
    He even took a selfie with part of the crew.

    Danke an Off the Beaten Track für die Location. Where the Monster Roars. Curiosities of the Fairytale House.

  • Fernsehturm, Geyer

    Ich hab immer diese lange Nadel am Horizont gesehen und mich gefragt was das ist. Ich hatte keine Ahnung dass es in Geyer einen Fernsehturm oder Sender gibt.

    Jetzt weiss ich es.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sender_Geyer

  • Roadside Czechia

  • Skalky skřítků – Zwergenlöcher, Dubina, CZ

    Hab mich gegen 16 Uhr entschieden, nochmal einen Ort zu besuchen, den ich mir auf meiner Mapy.cz Karte gespeichert habe – die sogenannte Zwergenwand. Interessanterweise war ich dort dieses Jahr schonmal, als ich den Friedhof entdeckt habe, also bisschen tiefer rein ins Hinterland, nahe dem militärischen Sperrgebiet.

    Jedenfalls kam ich noch bei Sonnenschein an. Es hatte wohl gerade geregnet, der Himmel war klar und die App sagte mir es sind 2 km zum Ziel.

    Nun, die zwei Kilometer waren ein ziemlich steiler Aufstieg, 163 Meter, um genau zu sein. Ich hab geschwitzt wie eine schwangere Nonne, die gerade beim Papst eine Audience hat. Zum Teil, weil es so schwül war und weil ich mich beeilt habe anzukommen, weil es sich eben schon anschickte zu dämmern.

    Es ranken sich einige Sagen um die Löcher im Felsen, dass Zwerge da wohnten, die von der Bevölkerung nicht mehr ausreichend beachtet und ernährt wurden und so ihre sieben Sachen packten und über die sieben Berge ins Erzgebirge auswanderten (der Fels befindet sich ja südlich der Eger und am Rande des Duppauer Gebirge).

    Die Löcher stammen aber von irgendwelchen geologischen Prozessen, die mich auch nur so halb interessieren, aber Wikipedia weiß da zum Glück mehr.

    Die Anwohner statten die kleinen Höhlen mit gebastelten Zwergenfiguren aus, was aus “Folk-Art” Gesichtspunkten ganz nett ist. Der Pfad zu den Löchern selbst ist ziemlich schmal und es geht wirklich steil bergab.

    Ich also ein paar Bilder geschossen und dann noch zum Rand des Berges in der Hoffnung einen schönen Ausblick zu haben, aber es war alles verwachsen. Also gab es nichts zu sehen. Oder nicht viel.

    Beim Aufstieg bemerkte ich schon die vielen aufgewühlten Stellen am Boden und habe auf Wildschweine getippt. Ich konnte aber keine Hufspuren oder irgendwas entdecken. Aber ominös war das schon, man möchte keinem Wildschwein begegnen. Vor allem nicht, wenn die Jungen haben, aber ich glaube nicht, dass es die Zeit dafür war.

    Jedenfalls ist mir nichts begegnet, außer einem wunderschönen Sonnenuntergang hinter den Bäumen.